Der Tag des Yoga

Der Tag des Yoga…. wer hätte früher gedacht, dass ich da jemals was dazu zu sagen hätte?

Ich komm aus einer für mich sehr konträren Richtung- wild, chaotisch, unruhig, stresssüchtig, alles musste Power haben.

Und jetzt sitze ich hier an meinem Laptop am «Yoga-bloggen», meine Beats spielen «Om Shree Sache» von Lulu& Mischka (wohlgemerkt zumindest sehr laut J ), mein Körper ist wunderbar durchgedehnt von der Asana Rebel Praxis (seit 77 Tagen non stop) und mit einer tadellosen Ruhe im Kopf (wovon ich dachte, er das garnicht könne).

Um diesen Tag zu ehren, beginne ich ganz am Anfang «meines» Yoga:

Mein Mann ist schon sehr lange Zen-Buddhist und meditiert und ordnet sein Leben mit einer wiederkehrenden Routine, die in meinem Leben ein absolutes No-Go war.

Und doch wurde aus seinem und meinem Leben ein «unser» Leben, das sehr oft kollidierte.

So kam es vor ca sechs Jahren dazu (das war gerade unsere kurze Fitnesstudiophase) dass wir uns die Frage stellen mussten: Welchen Kurs könnten wir gemeinsam besuchen?

Kompromissbereit entschieden wir uns für Yoga (mein Protest war sehr laut -das sei ja nur für lahme und alte Menschen) und TRX (jaaa Vollgas).

Dann sass ich da im Yogakurs…. hinter mir ein ca. 70-jähriger Mann (ich war bestätigt in meiner Meinung). Ohne hier in die peinlichen Details zu gehen (der 70 jährige war mindestens 3x beweglicher und fitter als ich) schlich ich keuchend aus dem Kurs und wollte nie wieder in ein Yogastudio gehen.

Ps: Den TRX- haben wir nie besucht.

Und doch war der Samen gesetzt. Irgendwann träumte ich in Bezug auf meine Arbeit als Erzieherin von einem Yoga mit Kindern und der Gedanke lies mich nicht mehr los. Ich begab mich in die Hände von Suchmaschinen und machte mich schlau. Und nach einem halben Jahr Zaudern und Hadern fand ich in Zürich eine Kinderyogagrundausbildung bei Thomas Bannenberg.

Ich war von der ersten Minute in seinem Bann (lustiges Wortspiel am Rande) – die Begeisterung für das was er tut ist in jedem Satz, in jeder Bewegung spürbar. Und ich hatte «Blut geleckt»

So grandios das auch klingt- das war nur der Minischritt in die Richtung, auf dem Weg, auf dem ich jetzt unterwegs bin.

Seitdem habe ich unzählige Lektionen  gegeben, zig Weiterbildungen gemacht, Unmengen an Yogabüchern gelesen,  hab gestrauchelt, gelacht, gelernt und erkannt.

Nämlich mich als eine Person die ich nie für möglich gehalten hätte.

Yoga ist nicht die Modeerscheinung der heutigen Zeit, nicht die Katze, der Hund, die Cobra oder die unendlich vielen Asanas. Yoga ist nicht nur Meditieren oder das Rezitieren von Buddahweisheiten. Yoga ist nicht nur der volle Lotussitz oder der Kopfstand. Yoga heisst nicht die perfekte Praxis um jeden Preis.

Yoga ist soviel mehr……

Dann wenn du erkennst, dass «der» Yoga in deinem Herzen ist, du mit jeder Faser deines Körpers dich danach sehnst Yoga zu machen oder jetzt sofort in dieser Minute ins Innere Kind willst.

Wenn du erkennst, wie lustig es ist den brüllenden Löwen zu machen, egal wie blöd du aussiehst, du durch einen Wald gehst, einen Baum umarmst und die Geräusche geniesst.

Wenn du erkennst dass du die blöden Brösel am Boden via Vorbeuge aufhebst.

Wenn du erkennst, wie sehr es dich erfüllt, genau diese Gefühle weiterzugeben.

Wenn du spazieren gehst, die geschlossenen Augen zur Sonne richtest und dreimal tief durchatmest.

Wenn du einfach so vor dich hinlächelst oder hopsend zur Arbeit gehst.

Alles das und noch viiiiel mehr ist Yoga und es steht auf meiner Haut- aber noch viel wichtiger- es erfüllt mein Herz und meine Seele.

Und dieses Gefühl wünsche ich jedem Menschen auf dieser Welt.

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